Malaisefalle

 

"Praktische Hinweise und Empfehlungen zur Anwendung von Malaisefallen für Insekten in der Biodiversitätserfassung und im Monitoring"

 

Zusammenfassung aus der Publikation von Ssymank et al. 2018 - Series Naturalis Vol. 1 (2018), pp. 1-12 © Entomologischer Verein Krefeld ISSN (online) 2570-1266 (print)1868-6524:

 

Malaisefallen sind die beste derzeit bekannte Methode zur Erfassung eines breiten Artenspektrums flugfähiger Insekten und sie kommen daher u.a. in Biodiversitätsprojekten und im Insekten-Monitoring zum Einsatz. Der Einsatz von Malaisefallen ist nicht neu und wurde bereits für zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen weltweit angewendet.

 

Mehr als 90% der über 33.000 einheimischen Arten der Insekten sind flugaktiv - für diese – und vor allem für die bei uns artenreichsten Insektenordnungen der Zweiflügler (Diptera) mit ca. 9.600 Arten und der Hautflügler (Hymenoptera) mit ca. 9.600 Arten, mit Einschränkungen auch für viele andere Gruppen z. B. der Käfer (ca. 6.600 Arten) sind Malaisefallen eine ausgesprochen effiziente Fangmethode.

 

Funktionsweise

Eine Malaisefalle eignet sich vor allem für die Erfassung flugaktiver Insekten (Diptera, Hymenoptera, Coleoptera und weitere Insektengruppen). Die Falle ist permanent fängig und arbeitet schwach selektierend und semiquantitativ. In die Malaisefalle einfliegende Insekten orientieren sich aufgrund ihres positiv phototaktischen Verhaltens in Richtung des Lichts und fallen dort in eine mit Flüssigkeit gefüllte Fangflasche, wo sie direkt konserviert werden. Auch nachtaktive flugfähige Insektenarten werden mit Malaisefallen relativ gut erfasst.

 

Malaisefallen eigenen sich aufgrund ihrer Funktionsweise v.a. für Offenlandbiotope mit voller Besonnung der Dachkonstruktion. In Wäldern sind die Fallen nur in ausreichend großen Lichtungen oder an Waldrändern einsetzbar (mindestens 3 h potentielle Sonnenscheindauer empfohlen, ganz beschattete Fallen haben eine stark reduzierte Fängigkeit). Sonderfälle sind Malaisefallen im Kronenraum zur Erfassung der Kronenfauna.

 

Gefangene Mengen und mögliche Beeinträchtigungen

Die im Jahr gefangenen Mengen von Insekten liegen je nach Biotoptyp und Zustand der Insektenpopulation im Regelfall zwischen 0,2 bis 1,5 kg Abtropfgewicht pro Jahr für eine Malaisefalle bei ganzjährigem oder über die ganze Vegetationszeit reichendem Betrieb (die Ausbeute der Wintermonate ist quantitativ vernachlässigbar). Eine Beeinträchtigung der vorhandenen Insektenpopulationen ist im Regelfall nicht zu erwarten (Ausnahmefälle sind denkbar, wenn mehrere Fallen gleichzeitig in einer sehr kleinen isolierten Fläche einer geringen Quadratmeterzahl aufgestellt werden und nur noch Reliktpopulationen bestimmter Insektenarten vorhanden sind). Der Gesamtfang entspricht ca. der Insektenmenge, die ein Jungvogel im Sommer frisst bzw. der Insektenmenge die auf ca. 25 - maximal 200 m² Boden jährlich schlüpfen. Unser kleinster Kleinsäuger, die Zwergspitzmaus (Sorex minutus) frisst täglich etwa dieselbe Menge an Insekten, die in einer Malaisefalle gefangen werden.

 

 
Weitere praktische Hinweise zum Fallentyp, Aufstellung und Betrieb zur Standardisierung der Methodik finden Sie in der Publikation von Ssymank et al. 2018. 

 

 

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