Historie

In der Vergangenheit konnten bereits zahlreiche neue Arten mithilfe des DNA Barcodings identifiziert und inventarisiert werden. Auch der Verzicht auf unspezifische Insektizide und Pestizide kann oft vermieden werden, da man mithilfe des DNA Barcodings auch schon die Eier und Larvenstadien der möglichen Schädlinge schnell identifizieren kann und somit gezielte Gegenmaßnahmen einsetzen kann.

 

2011 Kirschessigfliege neu in Deutschland

2011 konnte im Rahmen unserer Grundlagenuntersuchungen zum DNA Barcoding erstmals in Deutschland der gefährliche Schädling Drosophila suzukii nachgewiesen werden. Die aus Asien stammende Kirschessigfliege, wie sie auch heißt,  ist in Beerenobst, Trauben und Kirschen ein gefürchteter Schädling, der ganze Ernten innerhalb weniger Tage zerstören kann.  Die Art ist existenzgefährdend für Obstbauern und Winzer sein und trat bisher vor allem in Südtirol und anderen südeuropäischen Obstanbaugebieten auf.  

Durch das Barcoding ist es nun für AIM möglich, auch diesen Schädling schnell und sicher zu identifizieren. Nur so können die zur Rettung der Ernte notwendigen Sofortmaßnahmen ergriffen werden. Die wenige Millimeter messenden weißen Maden der Fliege lassen sich ansonsten nicht identifizieren und vor allem nicht von harmlosen einheimischen Arten unterscheiden.

Um das Auffinden des Schädlings zu erleichtern, hat AIM eine besondere Methode entwickelt, die Gensequenz des Schädlings auch aus Proben eingesandter Beeren zu extrahieren.

2014 Sanddornfruchtfliege im Vormarsch

Sanddorn, vor allem in Nordostdeutschland auf ca. 600 Hektar Fläche angebaut, galt bisher als weitgehend schädlingsfrei. Doch 2013 kam es erstmalig zu großen Ausfällen durch einen unbekannten Schädling, der lokal einen Großteil der Ernte vernichtete.

Die Fachleute fanden zwar schnell den Verursacher, kleine weiße Fliegenmaden in den Sanddornfrüchten, doch sie konnten diese aufgrund fehlender Merkmale nicht eindeutig identifizieren. Erst das niederländische Naturalis Biodiversity Center bestimmte die Maden als Larve der gefürchteten Sanddornfruchtfliege, die vor allem aus Osteuropa bei uns einwandert. Wir konnten damals zeitgleich Maden genetisch sequenzieren und in der BOLD-Datenbank hinterlegen. Künftig ist es für unser Labor möglich, diesen Schädling sehr schnell und eindeutig zu identifizieren. Bereits Eier eignen sich für eine Analyse. Das ist wichtig für Landwirte, damit diese wissen, ob sie es wirklich mit diesem Schädling und nicht mit einem harmlosen Verwandten zu tun haben. Denn eine entsprechende Bekämpfung ist aufwändige und muss im Bedarfsfall sehr schnell erfolgen.

 

 

 

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